Gärrestaufbereitung

Selektive Nährstoffrückgewinnung, insbesondere Phosphor und Stickstoff, sowie Reduzierung der zu lagernden Mengen

 

Die Verwertung von Gärprodukten aus der Biogaserzeugung über NaWaRo-Anlagen erfolgt primär durch die Ausbringung als Düngemittel. Durch die extreme Zunahme der Anzahl an Biogasanlagen in einigen deutschen Regionen sowie durch gravierende Veränderungen im Düngerecht kommt es zum Überangebot von landwirtschaftlichen Düngemitteln. Um Kontrolle über diesen Überfluss an Phosphat und anderen wichtigen Düngemittelkomponenten zu bekommen, müssen innovative Lösungskonzepte erarbeitet werden. Bisher lösen die Regionen mit Überangebot ihr Problem durch Abfuhr der Wirtschaftsdünger aus den Gebieten mit Nährstoffüberhang in weniger belastete Regionen. Dabei ist der Abtransport über größere Distanzen aus ökologischer und ökonomischer Sicht kritisch zu bewerten, da wässrige Lösungen (Trockenrückstand: 3 bis 10 %) mit geringen Düngewerten über große Entfernungen gefahren werden müssen. Aufgrund des Düngewertes von Gärresten sollte der Transportweg den Radius von 15 km nicht überschreiten.

 

 

Ein weiteres Problem stellt auch die bisher nicht steuerbare Zusammensetzung der Nährstoffkomponenten im Wirtschaftsdünger dar. So kommt es vor, dass Rohstoffe aus Regionen als Bestandteil des Wirtschaftsdüngers abtransportiert werden und anschließend in definierter Zusammensetzung wieder zugekauft werden müssen. Über eine gezielte Kreislaufführung der Rohstoffe durch eine Aufbereitung von Gärprodukten können benötigte Rohstoffe in der Region verbleiben und das Überangebot als Düngemittel in andere Regionen vermarktet/verbracht werden.

 

 

Um eine gezielte Trennung der Rohstoffe realisieren zu können, ist eine Fest-Flüssig-Separation unerlässlich. Mit bisher eingesetzter Technik können die Anforderungen an die Reinheit der Flüssigphase nicht erfüllt werden. Feine und feinste Partikel (≤ 20 μm) lassen sich dabei kaum oder nur mit erheblichem technischen und wirtschaftlichen Aufwand aus der Flüssigphase abscheiden.

 

 

Das mittels des Hochspannungssystems ZetaOptimizer erzeugte elektrische Feld führt vor der mechanischen Fest-Flüssig-Separation

  •     zur deutlichen Reduzierung der Abstoßungskräfte und somit
  •     bei erheblicher Polymereinsparung und
  •     starker Verbesserung des Abscheidegrades zu einer
  •     sehr feststoffarmen Flüssigphase.

 

Als Mitglied des TKoR-Netzwerks (Technologie- und Kompetenzzentrum organisches Reststoffrecycling verfügt die Poll Umwelt- und Verfahrenstechnik GmbH über die Möglichkeit, zur Bearbeitung spezieller Aufgabenstellungen eine geeignete Kooperation mit anderen Netzwerkpartnern zusammenzustellen, die auch in Verbindung mit wissenschaftlichen Instituten im Rahmen von Förderprojekten eine Problemlösung entwickeln können.